Anmache? STOPP!

Die Angst von Betroffenen sexuellen Missbrauchs und Gewalt angemacht zu ist erfahrungsgemäß riesig. Zu tief sitzt der Stachel des Traumas, Grenzen zu setzen scheint unmöglich und sind es doch auch immer die gleichen Typen - Typen, die dem Täter am Ähnlichsten sind und die in einem das Opfer erkennen. 


Der Sommer steht vor Tür und man möchte die hellen und warmen Abende gerne draußen im Park verbringen…

Eigentlich das Normalste der Welt. Eigentlich… 

Doch wenn man sexuellen Missbrauch und Gewalterfahrungen erleben musste, ist das Normalste oft nicht mehr normal. Einfach in einem Park zu sitzen, ist für viele Betroffene ein Albtraum – und doch wünschen sie es sich so sehr.

Was sich in solchen Momenten zeigt ist die Angst, angemacht zu werden.

Viel schlimmer, gerade wenn man sich entspannt und loslässt, werden die inneren Verletzungen noch sichtbarer.

Man fühlt sich, als ob einem „Opfer“ auf die Stirn tätowiert wurde.

Sichtbar für jeden scheint die innere Verletzung zu sein, besonders für die Art von „Typen“, die genau auf der Suche nach verletzten Menschen sind…

Instinktiv scheinen sie zu spüren, wer innerlich verletzt ist und wer nicht. Täter und Opfer sind zwei Pole, die gegensätzlicher nicht sein könnten und doch irgendwie auf der gleichen Ebene sind, sich erkennen, der eine mit Angst davor, erneut verletzt zu werden und der andere mit der Gier und Geilheit, ein Opfer gefunden zu haben. 

Wie kann man sich als Betroffener wappnen? 

Zunächst einmal ist es wichtig, sich diesen Umstand bewusst zu machen. Je bewusster ich mit meiner seelischen Verletzung und Angst umgehe, besser, denn somit läuft man nicht mehr naiv und sorglos durch die Gegend, sondern ist wach und somit gewappnet und vorbereitet. 

Sich innerlich auf unangenehme Begegnungen einzustellen hilft, ihnen nicht komplett schutzlos ausgeliefert zu sein.

Wie will ich reagieren?

Wo sind meine Schwachstellen?

Was macht mir Angst?

Wie kann ich damit umgehen? 

Innerlich „hochfahren“, präsent sein, wach und bereit sein, seine Grenzen aufzuzeigen und zu verteidigen.

Unsere Augen sind das Tor zu unserer Seele.

Unser Blick verrät viel über unsere Gefühle und Emotionszustände.

Was geht in uns vor?

Täter checken Opfer oft auch an ihrem Blick aus: Werden die Augen gesenkt, ist da Unsicherheit, wird der Blickkontakt vermieden? Alles Hinweise, die er sich zunutze machen kann. Und ein ängstlicher, unsicherer Blick verrät oft mehr, als viele Worte es zu tun vermögen. 

Schutz bietet hier eine ganz normale Sonnenbrille! Lass Dir nicht in die Karten gucken! Es geht niemanden etwas an, was in Dir vorgeht und wie Du Dich gerade fühlst! Schütze Dein Inneres, das Tor zu Deiner Seele… jeder hat irgendwo eine Sonnenbrille rumliegen! 

Gehe nicht alleine!

Suche den Schutz einer Gruppe oder die Begleitung eines/r Freundes/in. Täter sind feige und fürchten die Antwort einer Gruppe mehr als die einer Einzelperson. Suche Deine Begleitungen ganz bewusst aus, idealerweise sind es sogar Menschen, die um Deine Problematik wissen und sich angemessen in der Öffentlichkeit verhalten.

Was tun, wenn es dennoch passiert und man blöd angequatscht und belästigt wird?  So etwas kann, trotz bester Vorbereitung, natürlich passieren.  Verurteile Dich nicht! Sondern werde aktiv. Sofort. Bevor Du Dich noch schlechter und eingeschüchtert fühlst! Steh auf, bewege Dich. Gehe weg.  Greif zu Deinem Handy und rufe einen Freund an und bitte ihn/sie, Dich zu begleiten. Hol Dir Hilfe. Du musst das nicht alleine hinkriegen!

Vielleicht möchtest Du ein paar Menschen aus Deinem Freundeskreis einweihen und sie bitten, Dir in brenzligen Situationen Begleitschutz zu geben?  Allein die Präsenz eines anderen Menschen über Telefon hilft schon, sich sicherer und stärker zu fühlen und die Situation besser zu meistern! 

Hol Dir Dein Leben wieder zurück! Es ist Deins…

Lass nicht zu, dass die, die Dich verletzten, weiterhin Macht über Dich haben! Und lass nicht zu, dass andere, Trittbrettfahrer, in ihre Fußstapfen treten und Dir das Leben weiterhin schwer machen!  Kämpfe für Dich.  Und hol Dir Hilfe, wenn Du es nicht alleine schaffst…

15 Ansichten

Verein zur Hilfe und Unterstützung von Opfern sexuellen Missbrauchs und Gewalt e.V., "El Faro"

© 2019 El Faro Berlin

berlin-cathedral-1882397_1920.jpg
hamburg-4107220_1920.jpg
hanover-66348_1920_bearbeitet.jpg

"El Faro" - Berlin

Gatower Straße 139

13595 Berlin - Spandau

"El Faro" - Hamburg

Wandsbeker Bahnhofstraße 2 22041 Hamburg

040 - 20 98 22 56

Hamburg@elfaro.de

"El Faro" - Hannover

Am Fuhrenkampe 102

30419 Hannover

0511 - 84 40 33 83

Hannover@elfaro.de