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Image by Michael Denning

Stellungnahme zur Sendung vom 12.12.23 von SWR Vollbild:
"Seelenbrecher? Missbraucht eine Psycho-Sekte Gewaltopfer?"

Diese, aus unserer Sicht, einseitige und vorverurteilende Reportage stützt sich unter anderem auf die Aussage, es gäbe keine wissenschaftlichen Beweise für die Verdrängung von traumatischen Erlebnissen. Dies verurteilen wir als Opferschutzverein, der sich aus Selbstbetroffenen gegründet hat, auf das Schärfste, da unsere und auch die Praxisarbeit von anerkannten TherapeutInnen etwas anderes zeigt. Zudem belegt die Aufschlüsselung der dissoziativen Identitätsstörungen der WHO und APA im ICD-11 und im DSM5 etwas Gegenteiliges. Hier fragen wir nach Validität der Aussagen, sowie seriösem Journalismus und sehen den Informations- und Bildungsauftrag der Medien als nicht erfüllt.

 

Wir betrachten diese Berichterstattung, die aufgrund der ersten Reportage desselben Formats, über unsere Kooperationspartnerin der Hamburger Heilpraktiker Fachschule mit dem reißerischen Titel: „Psychosekte“, bewusst mit fast ausschließlich negativen Stimmen aufgebaut wurde und entlastende Aussagen nur kurz Erwähnung finden, als Hetzkampagne und Täter-Opfer-Umkehr einzelner Personen gegen den Verein und unsere Arbeit. Es wurde auf dem YouTube Kanal bewusst nach negativen Stimmen gesucht, während positive Stimmen, selbst den Redaktionsleiter, nicht interessierten. Auch die Möglichkeit unter dem YouTube Beitrag durch uns Stellung zu beziehen oder zu kommentieren, wurde von SWR Vollbild nicht zugelassen und blockiert. Aus unserer Wahrnehmung werden suggestive Mittel in Bild, Wort und Schnitt eingesetzt. Auch können wir die Echtheit der Informationen, auf die sich der Bericht stützt, nicht prüfen oder dazu Stellung beziehen, wenn uns die sogenannten Belege und Personen dazu nicht bekannt sind. 

 

Der Verein „El Faro“ erfüllt den satzungsgemäßen Zweck in der Hilfe und Unterstützung von Betroffenen und im Opferschutz, insbesondere im familiären Kontext.

 

Behauptung der Suggestion, bewusster Erzeugung falscher Erinnerungen, Abhängigkeit, Nötigung, Zwang oder Pauschalisierung und deren Folgen durch uns ist schlichtweg falsch. Des Weiteren entsteht der Eindruck von Verunglimpfung und Stigmatisierung den Betroffenen gegenüber, denen wir geholfen haben und die sich heute selbst aktiv für andere Betroffene engagieren. Dies wirkt parteiisch, macht sie erneut zum Opfer und stößt auf scharfe Kritik unsererseits.

 

Uns wurde beim Erstkontakt per E-Mail nicht der Eindruck einer fairen Berichterstattung, wie wir es von anderen Sendern kennen, vermittelt, so dass wir uns zu einer schriftlichen Antwort entschieden haben. Eine Einladung zu unserer Begegnungsstätte und zum Schutzhaus in Leese, sowie selbst ausführliche Erklärungen zu der komplexen Thematik und unserer Arbeit, nahm der SWR nicht zum Anlass den Eindruck zu vermitteln, er sei ernsthaft an der Darlegung unserer Seite in dem Bericht interessiert. Stattdessen wurde eine Drohkulisse mit einem unangemeldeten Besuch, bei der eine Drohne das komplette Gelände, den Schutzraum der Betroffenen, filmte, erzeugt. Ebenso wurde in die Zimmerfenster des Schutzhauses gefilmt, sowie durch die Vorurteile einer uns fremden Anwohnerin Polemik und manipulative Blickwinkel erzeugt. Ganz offensichtlich fehlen dem Sender Informationen in welcher Gefahr sich die Schutzsuchenden befinden und wie sich eine komplexe Traumatisierung, mit der es unsere Klienten zu tun haben, im Verhalten, der Tagesstruktur und den vielfältigen Traumafolgestörungen äußern kann. Langjährige familiäre, zum Teil hochkriminelle Vorgehensweisen seitens der Täter stehen im Hintergrund der Opfer.

 

Auch das Zeigen von nicht öffentlich zugänglichem Lehrmaterial sehen wir als fragwürdig an und erweckt, wie vieles andere, den Anschein uns bewusst diskreditieren zu wollen.

 

Seit 1999, der Vereinsgründung vor fast 25 Jahren, halten sich die durch Täter in den Raum gesetzten Vorwürfe der Sekte. In dieser ganzen Zeit haben wir uns unseren Kritikern gegenüber stets gesprächsbereit und offen gezeigt. Dies sind wir weiterhin. Jedoch hat sich von diesen, zum Teil auch selbstbetroffenen Menschen kaum jemand die Mühe gemacht uns und unsere Arbeit wirklich kennenzulernen. Dies und die Kampagne gegen uns betrachten wir als reviktimisierend und auch retraumatisierend. 

 

Aus unserer Sicht ist dies, wie die erste Reportage, eine tätergesteuerte Kampagne, die derzeit nicht nur uns trifft, sondern in der letzten Zeit auch anerkannte TherapeutInnen, Kliniken und andere Hilfsorganisationen. Das Ganze hat System, wird, unserer Meinung nach, von Täter-Opfer-Umkehr, der „False Memory Bewegung“ und „Cancel Culture“ getragen, um Tätern, ihren Vereinigungen, sowie Leugnern, nicht nur eine Legitimation und Plattform zu geben, sondern um auch von ihren abscheulichen Taten Kinder sexuell zu missbrauchen abzulenken. Natürlich braucht es dafür Rädelsführer, die an die Sender herantreten. In der Stellungnahme im Mai verwiesen wir bereits auf die Mutter einer Schutzsuchenden bei uns, die alles daran setzt ihre Tochter wieder zurückzubekommen, die sich vor ihrer Familie schützen möchte und keinen Kontakt wünscht. Sie wirft uns Suggestion von sexualisierter Gewalt vor und verschweigt bewusst, warum sie mit ihrer Tochter vor mehr als 10 Jahren den Kontakt zum Verein „El Faro“ in Hamburg aufgenommen hat. Ähnlich verhält es sich mit dem männlichen Protagonisten des ersten Berichtes und einer Schutzsuchenden bei uns, der gleichfalls, auf diesem Wege, von seinen Taten ablenken will.

 

Es wird subjektiv undifferenziert geurteilt und weitere einseitige Fehlinformation gestreut, denn auch in dieser zweiten Reportage wird nicht erzählt, was die Menschen zu uns gebracht hat und unter welcher Bedrohung sie standen, in welchem gesundheitlichen Zustand sie sich befanden und über welche Ressourcen sie verfügten. Ebenso wird nicht berichtet, welcher Täterkreis, der mindestens zwei Protagonistinnen, sie und auch die Vereinsmitarbeiterinnen bedroht, ja sogar zu Sexorgien in einer anonymisierten SMS eingeladen haben. Alle Schutzsuchenden haben eine Schutzvereinbarung unterschrieben und wussten um die Bedingungen und Abläufe in unserem Schutzhaus. Es ist ein freiwilliges und jederzeit widerrufbares Angebot, welches wir mit den Schutzsuchenden vor der Aufnahme detailliert besprechen.

 

Wir verstehen den Druck auf uns als eine Täter-Opfer-Umkehr, mit der versucht werden soll unseren Verein zur Aufgabe zu zwingen, indem man ehemalige Schutzsuchende instrumentalisiert und gegen uns aufbringt.

 

Dies ist in den über zwei Jahrzehnten, in denen der Verein existiert, mehr als einmal vorgekommen und eine bewährte Taktik der Täterschaft unsere Arbeit zu diskreditieren, um von den eigenen strafrechtlichen Taten abzulenken und die Betroffenen weiterhin zum Schweigen zu bringen.

 

Wir sind ein Verein, der außer den Fördergeldern, die aus Sammelfonds und ohne Garantie ausgeschüttet werden, vorwiegend aus eigenen Mitteln und Spendengeldern lebt. Wir erhalten keine weiteren Fördermittel oder staatliche Unterstützung, welches das Überleben eines Vereines, der den 24/7 Opferschutz, die Beratung, die Aufklärung auf so vielfältige Weise, wie wir es tun, sichert. In einzelnen Fällen gibt es in Absprache mit den Klienten Beraterverträge für außergewöhnliche Leistungen, auf die wir aufgrund der oben genannten Gründe angewiesen sind, wenn wir unsere Angebote halten möchten. Durch die andauernden Verleumdungen gegen uns, sind wir alle verschuldet und investieren aus unseren privaten Mitteln, welche durch unsere Berentung aufgrund unserer Geschichte entsprechend gering sind. Dennoch möchten wir die Hilfe, die uns selbst lange in unserem Leben versagt geblieben ist, umsetzen und investieren mit allem, was uns zur Verfügung steht.

 

Wir helfen von Mensch zu Mensch und versuchen mit unserem Projekt, den Betroffenen einen Ort zu geben, an dem sie das Unaussprechliche aussprechen, sich verteidigen und schützen lernen können und wenn sie wollen eine Aufgabe innerhalb unseres vielfältigen Tätigkeitsbereichs finden. Wir haben Menschen einen Platz gegeben, den sie sonst nirgends gefunden haben, da sie bereits in vielen Fällen mehrere Anläufe hinter sich hatten. Darunter waren dies psychiatrische Aufenthalte oder ein Platz in anderen Einrichtungen, in denen sie, nach eigenen Angaben, institutionelle Gewalt erlebten und dementsprechend Angst vor diesen Stellen hatten.

 

Der Bericht vom SWR ist, aus unserer Sicht, in höchstem Maße manipulativ und es wird mit Absicht ein abschreckendes Bild von uns und unserer Arbeit gezeichnet, was nicht den Tatsachen entspricht. Er baut auf Hörensagen, entsprechendem Schnitt und überwiegend negativen Äußerungen auf. Dies lässt auf Hetze, Rufmord und Verleumdung schließen, mit dem Ziel Quote zu generieren. Zudem ist eine Stellungnahme erschwert bis unmöglich, wenn wir die Personen nicht erkennen können und gleichzeitig unserem Schutzkodex treu bleiben möchten, auch in diesem Rahmen, nichts preis zu geben, was die Protagonistinnen in Gefahr bringen könnte.

 

Wir haben vor Ausstrahlung einen Unterlassungsantrag beim Landgericht Berlin gestellt, werden Programmbeschwerde einreichen und haben um konkrete Informationen bezüglich der Beschwerden bei der unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs und bei Zornrot e.V. gebeten. Hierbei ist festzuhalten, dass keiner der in dem Bericht gezeigten ExpertInnen uns kennt, den Kontakt oder das Gespräch gesucht hat, sich aber aufgrund von Hörensagen negativ äußern. Besonders bei Stellen, wie der unabhängigen Beauftragten für Fragen sexuellen Kindesmissbrauchs, die dem Bundesfamilienministerium unterstellt ist, die öffentlich vor uns warnt und dem Fonds sexuellen Missbrauchs abrät unser Angebot zu unterstützen, wirft dies bei uns Fragen auf. Weiterhin glauben wir, dass ein wirkliches Urteil über unsere Arbeit nur durch Menschen gefällt werden kann, die um die Akutsituationen der Selbstbetroffenen aus eigenem Erleben und / oder praktischer Arbeit im Opferschutz wissen. 

 

Wir stufen es als ebenso bedenklich ein, wenn die undifferenzierten Aussagen zum Thema des Opferschutzes von Herrn Prof. Dr. Jörg M. Fegert für uns den Anschein erweckt, wir als Vereinsmitglieder und Selbstbetroffene eines familiären sexuellen Missbrauchs, die einen alltagstauglichen, praxisorientierten Weg aus ihrem Entwicklungstrauma heraus gefunden haben, weil wir heute erwachsen sind und nicht mehr die Kinder von einst und sich im Zusammenschluss helfen und schützen können, seien eine Sekte, in dem er uns mit einer solchen assoziiert. 

 

Aufgrund unserer jahrzehntelangen Praxiserfahrung als Heilpraktiker haben wir einen gangbaren Weg gefunden, die psychosomatischen Beschwerdebilder in Kombination mit einer traumasensiblen Konfrontation mit dem erlebten Grauen erfolgreich zu behandeln. Dass dies über den sogenannten psychosomatischen Behandlungsweg und einer sich daraus ergebenden Konfrontation mit dem Erlebten möglich ist, steht für uns, als die, die diesen Weg gingen, außer Frage. Dieser Weg setzt allerdings voraus, dass noch die Bereitschaft zur Veränderung besteht. Es mutet einer unzulässigen Vorverurteilung und einer Ferndiagnose an, wenn man bedenkt, dass Herr Fegert uns nicht persönlich kennt und doch solche vernichtenden Aussagen trifft.

 

Akute und oft unvorstellbar entsetzliche und schockierende Hintergründe werden von den Schutzsuchenden zu uns mitgebracht und erklären die Not und die Ängste, auch untereinander zwischen den Betroffenen, sowie den nicht ungefährlichen Druck, aufgrund unserer Stellung zwischen Opfer und Täter, unter dem auch wir als Helfende stehen. Die Herausforderung für uns liegt darin unmittelbare Lösungen für Alltagsprobleme, Spannungen und die komplexen Traumafolgestörungen der uns um Hilfe Suchenden zu finden, um das Zusammenleben mit den anderen Mitbewohnerinnen nicht nur sicher, sondern auch maximal harmonisch zu gestalten. All das unter den erschwerten Bedingungen, dass zum einen die Klientinnen bisher ihr Trauma noch nicht aufarbeiten oder ein tieferes Verständnis für die daraus entstandenen Traumafolgestörungen entwickeln konnten und zum anderen durch den permanent bestehenden Täterdruck.

 

Es sind Menschen, die in anderen Einrichtungen oft keinen Platz finden, da die Bedrohung seitens ihrer Täter sowohl für die anderen BewohnerInnen als auch für die HelferInnen zu groß ist. Diese Menschen werden oft als sogenannte „Drehtür-Patienten“ bezeichnet und suchen einen Schutzort, da sie häufig angeben institutionelle Gewalt erlebt zu haben. Diese und andere Menschen haben bei uns im Opferschutzhaus Zuflucht gefunden, erfahren auf Wunsch eine 24/7 Begleitung und 1zu1 Betreuung, wenn sie unter Dissoziationen, starken Depressionen, die auch in Aggression untereinander umschlagen können und Todesängsten, die bis zu Suizidgedanken gehen können, leiden. Bei all diesen Betroffenen im Opferschutz arbeiten wir mit einem Helfernetz aus ÄrzteInnen, PsychiaterInnen, PsychologenInnen und TherapeutInnen zusammen. Diese bisher gut funktionierende Zusammenarbeit wurde durch die diffamierende und äußerst rufschädigende Reportage des SWR nachhaltig gestört. Das Gleiche gilt für all die mühevoll aufgebauten Kontakte zu anderen Organisationen und Vereinigungen, die sich größtenteils von uns abgewandt haben. 

 

Dies kann nicht im Sinne eines aktiv betriebenen Opferschutzes sein, so dass wir uns mit aller Vehemenz gegen die uns erhobenen Behauptungen zur Wehr setzen, da wir uns unsere 25-jährige Vereinstätigkeit nicht auf diesem Wege zerstören lassen. Denn auch in Zukunft wird es Menschen geben, die die Hilfe derer in Anspruch nehmen, die den Opferschutz in ihrer ursprünglichsten Form betreiben, in dem sie sich schützend vor diejenigen stellen, die genauso hilflos waren wie sie, bevor mutige HelferInnen ihnen einen Weg aufzeigten, mit ihrem in Kindheit und Jugend, durch ihre eigenen Familien erfahrenen sexuellen Missbrauch umzugehen. 

 

Gerne geben wir weitere Informationen, auch zu unserer ausführlichen schriftlichen Antwort, zu der Reportage auf unserer Homepage: www.elfaro.de/schriftliche-antworten-an-swr-vollbild.

Image by Axel  Antas-Bergkvist
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