Schreiben als Ventil für den Schmerz des Missbrauchs

Wieder möchten wir Euch ein Stück mehr zeigen, wie Ihr Erleichterung im Schreiben findet und Eure inneren Spannungen auch damit abbauen könnt.





Menschen, die Trauma und sexuellen Missbrauch haben erleben müssen, tragen in sich seelische und oft auch körperliche Schmerzen, die für Nichtbetroffene unvorstellbar sind.

Dort klafft eine große Seelenwunde und die Schmerzen sind oft unerträglich. Betroffene suchen, oft verzweifelt, nach Wegen und Möglichkeiten, diese Schmerzen zu lindern und in der Endkonsequenz das Trauma zu heilen.

Einer der vielen Möglichkeiten und Schritte auf dem Weg der Heilung ist das Schreiben. Es ist wie ein Ventil, durch das der Schmerz sich ausdrücken und abfließen kann.

Der innere Druck nimmt dadurch ab, Erleichterung stellt sich ein und wir sind dem Gefühl von innerem Frieden ein Stück näher.

Menschen, die sexuelle und gewalttätige Übergriffe haben erleben müssen, haben die große Negativität des Täters über sich ergehen lassen und ein Stück weit aufnehmen müssen.

Sie sind vergiftet worden mit dieser Energie, die nun in ihnen gestaut ist. Bildlich gesprochen ist es ähnlich, wie wenn man etwas Verdorbenes in sich hat aufnehmen müssen und nun grässliche Bauchschmerzen hat!

Was tun? Sich übergeben, das Verdorbene wieder loszuwerden, wäre die logische Antwort!

Und das, was im Physischen funktioniert, klappt auch auf seelischer Ebene. Sich übergeben wäre hier gleichzusetzen mit dem Aufschreiben und aus-sich-heraus-Schreiben der traumatischen Erlebnisse.

Es geht darum, auf sichere Art und Weise das loszuwerden, was gewaltsam in einen hinein gebracht wurde. Schreiben ist ein Prozess, der die Gefühle anregt, Altes in Bewegung bringt, aufwühlt… und in weiteren Schritten ordnet und befreit!

Für viele Menschen ist das tägliche Schreiben ein großer Halt.

Tagebuchschreiben ist, ganz besonders auch in unserer heutigen Zeit, populärer denn je. Es gibt online Tagebücher, die passwortgeschützt einen sicheren Rahmen geben, sich frei auszudrücken und auszusprechen. Schreiben ist eines der wichtigsten Ventile, dem inneren Druck Luft zu machen und das nach außen zu bringen, was einen bewegt, verletzt und innerlich vergiftet.

Dies gilt auch, wenn man selbst die Grenzen anderer Menschen verletzt hat, Dinge getan hat, die man zutiefst bereut, unter denen man leidet… Sie für sich ganz persönlich auszusprechen, ist der erste Schritt, sie zu verändern…



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