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Besuch der Berliner SHG in der Begegnungsstätte Leese - Danke an die AOK Nordost!

Nach langer Idee und Monaten der Reifung war es endlich möglich - Es war ein für alle so bereicherndes Projekt! Danke an alle Beteiligten! Lesen Sie die ganze Geschichte ☺️




Der Projektbericht einer lieben Teilnehmerin:

Wir haben relativ spontan beschlossen, dass wir mit der Selbsthilfegruppe „El Faro“ in diesem Sommer eine Projektfahrt machen möchten. Die Selbsthilfegruppe „El Faro“ Berlin trifft sich zu ihren Treffen in den Räumen der Heilpraktikerfachschule Berlin Spandau. Unsere Treffen finden bis jetzt alle 2 Wochen Dienstags, in den ungeraden Kalenderwochen statt. Allerdings nicht in den Berliner Schulferien. Vielen Teilnehmern ist generell der Zeitraum in den Ferien oft zu weit auseinander. Dies fällt schon in den normalen Ferien auf, in den Berliner Sommerferien allerdings extrem. Denn einen Zeitraum von mindestens 6 Wochen zu überbrücken fällt vor allem Betroffenen von sexuellem Missbrauch und Gewalt extrem schwer. Lernen sie doch oft in den Selbsthilfegruppen sich zu öffnen. Sie fangen an zu reden. Sie lernen Vertrauen. Trauen sich oft jahrelang unausgesprochenes endlich mal auszusprechen.

Die Sommerferien in Berlin näherten sich mit großen Schritten und viele Betroffene bekamen immer mehr Furcht bis Angst vor der Selbsthilfegruppenfreien Zeit. Dieses Thema wurde in der Selbsthilfegruppe auch immer wieder angesprochen. Oft ist es so, dass wenn Betroffene anfangen zu sprechen, wenn sie anfangen sich für ihre Gefühlswelt zu öffnen, dass dann die Verdrängung nicht mehr so „gut“ funktioniert. Auch wenn dazu gesagt werden muss, dass Verdrängung niemals gut ist. Sie hilft Betroffenen von Missbrauch und Gewalt lediglich zu überleben.

Wir entwickelten Strategien, wie uns untereinander vernetzen. Den Teilnehmerinnen wurde immer wieder gesagt, dass sie in Notsituationen, das „El Faro Nottelefon“ anrufen können. Dort ist 24 Stunden am Tag eine Mitarbeiterin von El Faro erreichbar. Einige der Teilnehmerinnen nahmen sich vor, sich auch in den Sommerferien privat zu treffen, damit der Kontakt unter den Betroffenen nicht abbricht.

Wir bekamen Handwerkszeug in die Hand, wie wir mit Problemsituationen, zum Beispiel negativen Gefühlen sich selbst gegenüber, oder der Arbeit mit dem inneren Kind am besten und effektivsten umgehen können.

Die Teilnehmer der Selbsthilfegruppe wissen, dass es in Leese vom „El Faro“ Verein eine Begegnungsstätte und ein Schutzhaus für bedrohte Frauen gibt, sowie eine dort ansässige Selbsthilfegruppe, die wir besuchen wollen würden. Bis jetzt kannten aber nur die ehrenamtlichen Mitarbeiter von El Faro diese Begegnungsstätte und das Schutzhaus. Es gab immer wieder Teilnehmerinnen in der Selbsthilfegruppe, die es interessierte, was in Leese in den letzten Jahren in mühevoller Kleinarbeit aufgebaut wurde. Somit kam die Idee auf. In der nächsten Selbsthilfegruppe wurde sie vorgestellt und von vielen für eine tolle Möglichkeit gesehen, dass Sinnvolle mit dem Angenehmen zu verbinden.

Nun waren die Fragezeichen groß. Wir wussten, dass es eine Projektförderung der Krankenkasse gibt. Wo genau die war, wussten wir nicht, aber wir erkundigten uns. Wir überlegten, wie wir so ein Wochenende in Leese so gestalten können, dass es für alle Teilnehmer angenehm und hilfreich ist. Somit kamen wir relativ schnell zu der Telefonnummer eines sehr freundlichen Mitarbeiters der Krankenkasse AOK Nord Ost. Zu unserem großen Erstauen, gab es für die Anträge auf Projektförderung keine Abgabefristen. Darin sahen wir unsere Chance. Die Ideen, was wir an diesem Wochenende gemeinsam für uns tun konnten, wurden gesammelt.

Es wollten bis zu 9 Teilnehmerinnen an diesem Wochenende mitfahren. Also wurde eine Projektplanung verfasst. Diese reichten wir zusammen mit der Vorstellung unserer Selbsthilfegruppe und dem Finanzierungsplan bei der AOK Nordost ein. Nach erneuter telefonischer Rücksprache wurde klar, dass unser Projekt finanzierungswürdig ist. Also hieß es für uns, diesen Antrag schnellst möglichst zu stellen, denn bis zu den Sommerferien war nicht mehr viel Zeit und uns war klar, wenn wir dieses Projekt durchführen wollen, dann in der Mitte der Sommerferien, denn somit war für einige Teilnehmerinnen deutlich, sie mussten die selbsthilfegruppenfreie Zeit erst einmal drei Wochen „durchhalten“ und dann käme die Projektfahrt und danach wären es dann nur noch einmal drei Wochen. Gesagt getan, der Antrag wurde ausgefüllt und damit auch gar nichts schief ging wurde der Antrag mit Post per Einschreiben an die AOK Nordost geschickt. Nun hieß es warten. Und das war gar nicht so einfach, denn wir freuten uns auf die eventuelle Möglichkeit, an einem Wochenende unser Projekt durchzuführen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter in Leese wurden natürlich auch informiert. Auch sie waren von dem Projekt sehr begeistert. Hieß es doch für viele Betroffene, wenigstens an einem Wochenende Auftanken, raus aus den Depressionen, Anschauen des El Faro Schutzhauses, Besichtigung der Begegnungsstätte in Leese. Wir hatten aber noch mit weiteren Hindernissen zu kämpfen. Die wenigsten der Teilnehmerinnen besitzen einen eigenen Führerschein, oder haben ausreichende finanzielle Möglichkeiten zur Verfügung, dass sie sich mal so eben eine Fahrkarte von Berlin nach Leese leisten können. Wie sollten wir also hinkommen? Es musste ein großes Auto her. Es musste mindestens ein 9 Sitzer sein. Er musste uns, unser Gepäck und teilweise unsere Hunde, die für viele Schutzhunde sind, transportieren. Wir befanden uns aber am Beginn der Sommerferien. Und viele dieser 9 Sitzer-Busse waren zu unserem gewünschten Zeitraum schon vermietet. Unsere Hoffnung fing wieder ein wenig an zu schwinden. Und dann gab es endlich den erlösenden Anruf bei einer Vermietung in Berlin Spandau. Eine der Teilnehmerinnen rief an und war hoch erfreut als endlich der erlösende Satz „Ja, für den gewünschten Zeitraum haben wir noch einen 9-Sitzer-Bus, gesagt wurde. Sofort wurde der entsprechende Bus gemietet. Und wieder gab es für uns Ängste auszuhalten. Dadurch, dass viele Betroffene von Missbrauch und Gewalt an Depressionen, posttraumatischen Belastungsstörungen, Burnout, Wahrnehmungsstörungen, dissoziativen Störungen, Borderline Störungen und anderen unterschiedlichen psychosomatischen Störungen leiden, haben viele Betroffene nur eine geringe Erwerbsminderungsrente, oder leben von Hartz IV, da sie aufgrund ihrer Erkrankungen nicht in der Lage sind einer geregelten Tätigkeit nachzugehen, verfügt keiner der Teilnehmerinnen über ein Sparverm